"Wochenendseminar für Familien mit einem rheumakranken Kind"
Vom 7. bis 9. September 2007 hatte der Elternkreis ´Rheumakranke Kinder´ Sachsen-Anhalts nach Bad Kösen zu einem Wochenendseminar für Familien mit einem rheumakranken Kind eingeladen. Dieses Treffen ist eine Kooperationsveranstaltung vor allem mit dem Leipziger Elternkreis. Es trafen sich 13 Familien, davon 5 aus Sachsen und eine aus Thüringen im "Konrad-Martin-Haus" eine Einrichtung der Caritas in Bad Kösen. Das Seminar diente dem Zusammenkommen von Eltern und rheumakranken Kindern/Jugendlichen zum Erfahrungsaustausch, zum Kennenlernen, zur Wissensvermittlung aber auch zu Spiel und Spaß. So war vor allem das Basteln ganz groß geschrieben, das gleich am Freitagabend losging. Diesmal wurden hauptsächlich Lampions gefertigt, aber auch Perlenarbeiten waren gefragt. Das absolute Highlight war am Samstag der nächtliche Umzug aller Teilnehmer mit den mit viel Liebe gefertigten Lampions durch Bad Kösen. Das Seminar wollte vor allem Hilfe zur Selbsthilfe in der individuellen Familiensituation geben.
Freitag sprachen die Eltern in einer ersten Diskussionsrunde über sie bewegende Probleme, die dann am nächsten Tag weiter besprochen wurden.
Samstag früh ging es dann in die Kinderrehaklinik "Am Nicolausholz" Bad Kösen. Frau Dr. Böhm begrüßte im Namen der Klinik die Teilnehmer und gab kurz Informationen über Möglichkeiten von Rehamaßnahmen bei rheumatischen Erkrankungen im Kindes- u. Jugendalter in der Bad Kösener Klinik.
"Medizinische Behandlung rheumatischer Erkrankungen im Kindes-/Jugendalter" war das Thema von Fr. OÄ Dr. Hühn von der Uni Halle. Auch die Kinderrheumatologin Fr. Dr. John brachte sich in das Seminar ein. Wieder gab es selbst für die ´alten Hasen´ neue Sichtweisen für das Behandlungskonzept rheumakranker Kinder und Jugendlicher.
"Augen überwachen - eventuell Mitbehandeln", das durchzuführen ist eine ganz wichtige Aufgabe für die Eltern im Zusammenspiel mit den Ärzten. Frau OÄ Dr. Stuhlträger von der Augenklinik der Uni Halle konnte dazu sehr hilfreiche Erläuterungen geben. Insbesondere die wohnortnahen regelmäßigen Kontrolluntersuchungen sind oft nur schwer zu organisieren. Selbst Augenärzte akzeptieren mitunter nicht das Erfordernis von Untersuchungen ohne Beschwerden, um die Frühphase einer eventuellen Augenmitbeteiligung nicht zu verpassen.
"Die ganze Familie, z.B. auch Geschwisterkinder, sind betroffen" und "Ablösungsprozesse Jugendlicher vom Elternhaus beim Übergang in das Erwachsenenalter" wurden von Hr. Zülske, Psychologe in der Kinderrehaklinik Bad Kösen, dargelegt und von den Eltern mit diskutiert. Es war einfach hilfreich, von einem außenstehenden Referenten die Aspekte strukturiert erläutert zu bekommen. Manche Eltern denken, sie wissen schon alles oder "wir haben ja nur ein Kind", "unser Kind ist ja noch ganz jung, bis zum Erwachsenenalter ist es noch weit". Im weiteren Verlauf des Seminars wurde die Idee geboren den rheumakranken „Teenies“ eigene Unternehmungen, Treffen oder Projekte zu ermöglichen, die sie selbstständig durchführen können.
Als Ergebnis der Vorträge und Diskussionen sind alle gut beraten, nicht immer nur unsere aktuelle eigene Situation zu sehen. Es macht uns stark, auch von den Problemen anderer und deren Meisterung zu erfahren. Außerdem wollen wir anderen betroffenen Familien helfen, die nicht am Seminar teilnehmen konnten. Deshalb war der Programmpunkt "Erfahrungen in der Organisation des Alltags speziell z.B. der Übergang vom Kindergarten zur Schule in Familien mit rheumakranken Kindern/Jugendlichen" sehr interessant und hilfreich. Von den anwesenden Seminarteilnehmern wurde Bernd Matthes weiterhin als Elternkreissprecher Sachsen-Anhalts bestätigt. Vertreter sind Mario Habermann und Harald Körting.
Besonderen Spaß hatten alle Seminarteilnehmer am Besuch des Schwimmbades der Kinderrehaklinik. Mitten drin und zum Abschluss des Treffens wurde über die weiteren Ziele und Vorhaben der Elternkreise gesprochen und Entscheidungen getroffen. Die Ergebnisse werden sich in der Planung für 2008 widerspiegeln. Für alle Kinder, Jugendliche und Eltern war es ein sehr schönes Wochenende. An dieser Stelle einen besonderen Dank an Herrn Eckhard Monninger Geschäftsführer der Lehmann&Partner GmbH in Kirchheim/Thür. die durch eine großzügige Spende dieses Wochenendseminar und andere Aktivitäten ermöglichte. Natürlich gilt der Dank auch allen Referenten, Helfern und Teilnehmern für ein wieder schönes Wochenendseminar.
Autor Bernd Matthes
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