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Garmisch-Partenkirchen

Als ich in Garmisch ankam, mussten wir uns zuerst anmelden. Die Eingangshalle machte einen freundlichen Eindruck. Später wurden wir von einer netten Schwester auf meine Station gebracht, dort kam ich in mein Zimmer mit einem Blick auf die Zuspitzgruppe. Das war ein atemberaubender Anblick. Später wurde mir die ganze Klinik gezeigt. Ich sah mit Staunen wie viele Therapien, z.B. Krankengymnastik, Ergotherapie, Massage, Elektrotherapie und Felgenkrais, es gibt. Außerdem gab es noch ein Schwimmbad, wo ich zu bestimmten Zeiten schwimmen und Ball spielen konnte. Ich durfte auch vieles beim Fitness machen. Mache andere Kinder gingen auch zur Entspannung und in die Wärmekammer. Im Turnsaal konnte jeder selbständig noch viele Therapien machen. Mir hat z.B. Sandbad, Wachsbad und Fühlkiste sehr gut getan. Ich ging außerdem noch zweimal in der Woche zur Wirbelsäulengymnastik (WS). Manchmal hat dabei fast die ganze Station 6 mitgemacht. Am Vormittag hatte ich Schule in den Fächern Deutsch, Mathe, Englisch und Französisch. Am Nachmittag gab es noch Förderunterricht, der war aber freiwillig. Die Schule war in Grundschule, Hauptschule, Realschule, Gymnasium und in verschiedene Klassenstufen geteilt. Jeden Mittwoch gab es nur auf Station 6 einen Aktionsnachmittag. Dort habe ich z.B. aus Luftballons Schweine mit Tapetenkleister gebastelt oder Spiele wie Activity gemacht. Bei diesen Aktionsnachmittagen hatte ich sehr großen Spaß und die Schwestern haben sich immer etwas Neues einfallen lassen. Die Ärzte und Schwestern waren sehr nett. Die Krankengymnastik und Massage wurde auf jeden einzeln eingestellt. Einmal in der Woche gibt es auf Station 6 ein Patientenseminar. Diese Seminare waren immer sehr informativ. Ich habe selbst dort auch eine Menge gelernt, wie z.B. dass mir an den Knien und Sprunggelenken Kälte und an den Hüften, Schultern, Wirbelsäule, Handgelenke und Fingergelenken Wärme (Fangopackungen) hilft. Ich wusste zu dem Zeitpunkt nicht, das beides möglich ist. Es gibt auch ein sehr abwechslungsreiches Freizeitprogramm, wie z.B. Videoabend, Eishockey oder Bastelnachmittag. Ich bin dort einmal in der Woche zum Eishockey (SC Riessersee) gegangen und ein großer Eishockeyfan geworden. Auch jetzt verfolge ich noch die Ergebnisse von den Spielen des SC Riessersee im Internet.
Als ich dort zur Kur war, habe ich mich nicht so alleine mit meiner Krankheit (Rheuma) gefühlt. Es waren so viele Kinder und Jugendliche, die auch Rheuma hatten. Oft waren sie noch viel junger als ich selbst. Wenn ich das gesehen habe, wie die kleinen Kinder und Jugendliche mit der Krankheit umgehen, hat es mir viel Kraft und Mut gegeben. Dadurch habe ich auch viel gelernt, wie ich im Alltag damit umgehe. Zum Beispiel, das ich mich nach der Schule erst einmal hinlege und wenn ich ausgeruht bin, dann mit den Hausaufgaben anfangen. Ich weiß selber, das klingt sehr einfach, aber jeder muss seine eigene Taktik finden und dass dauert seine Zeit. Ich habe auch gemerkt, dass man seinen ganzen Tagesablauf umgestalten muss und sollte vieles genau überlegen, weil man ja nicht weiß, wie es einem dann geht. Manchmal sollte man aber auch etwas tun, was der Seele gut tut und mal nicht an seine Krankheit denken (z.B. Kino). In Garmisch habe ich mich gefreut unter Gleichgesinnten zu sein und Erfahrungen auszutauschen. Ich fand es aber auch schockierend, wie viele Kinder und Jugendliche Rheuma haben. Die meisten Menschen in der Bevölkerung wissen gar nicht, dass Kinder und Jugendliche Rheuma bekommen können bzw. haben oder wissen gar nicht was es bedeutet. Ich wusste es auch nicht bevor ich Rheuma bekam.

Die 6 Wochen Kur in Garmisch-Partenkirchen waren sehr erholsam, lustig und ich habe viele neue Freunde und Gleichgesinnte kennen gelernt. Ich bedanke mich auch bei den Ärzten, die mir diese wunderschöne Kur ermöglicht haben und natürlich auch die Ärzte, Schwestern und Therapeuten, die alle so nett in Garmisch zu mir waren. Ich freue mich auf den nächsten Aufenthalt in Garmisch.

Autorin: Sandra Baginski / veröffentlicht am 23.03.2008

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